Was gleich bleibt und was sich verändert
Die Altersvorsorgebindung und der Grundgedanke der nachgelagerten Besteuerung bleiben erhalten. Neu sind unter anderem die Möglichkeit eines Depots ohne Garantie und die beitragsproportionale Förderung.
| Aspekt | Bestehender Riester-Vertrag | Neues Altersvorsorgesystem |
|---|---|---|
| Förderung | Bisherige Zulagen und einkommensbezogener Mindestbeitrag | Neue Beitragsstaffel; Sonderfall mittelbare Berechtigung |
| Garantie | Grundsätzlich Beitragserhalt zu Beginn der Auszahlung im Riester-Rahmen | Depot ohne Garantie oder Garantieprodukte |
| Steuern beim Sparen | Keine laufende Besteuerung im Vertragsrahmen | Keine laufende Besteuerung im Vertragsrahmen |
| Anlagechancen | Abhängig von Vertrag und Garantieabsicherung | Mehr Spielraum ohne Garantie, weiterhin Produktgrenzen |
| Auszahlung | Bedingungen des Bestandsvertrags | Neue zulässige Auszahlungsformen und Altersgrenzen |
Die höhere Maximalzulage ist kein individueller Vergleich
Bei alter Riester-Förderung spielen unter anderem Vorjahreseinkommen, Mindestbeitrag und Kinderzulagen eine Rolle. In der neuen Förderung zählt der Eigenbeitrag nach einer Staffel. Dadurch kann sich die Förderung für verschiedene Haushalte unterschiedlich verändern.
Die maximale Grundzulage des neuen Systems einfach mit der alten Grundzulage zu vergleichen, ohne die dafür nötigen Eigenbeiträge zu berücksichtigen, ist nicht aussagekräftig. Unser neuer Rechner bildet die neue Förderung ab und behauptet keine automatische Verbesserung deines alten Vertrags.
Garantie und Kapitalmarktchance sind eine Abwägung
Eine Garantie kann Sicherheit für einen bestimmten Zeitpunkt schaffen. Ihre Absicherung kann gleichzeitig die Anlage beeinflussen und Kosten verursachen. Ein Depot ohne Garantie eröffnet andere Chancen, verlangt aber die Bereitschaft, Verluste und Schwankungen zu tragen.
Bei einem bestehenden Vertrag ist entscheidend, welche Garantie bereits verbindlich zugesagt ist. Der persönliche Wert kann sich mit der verbleibenden Zeit bis zur Auszahlung verändern. Ein pauschaler Wechselaufruf würde diese Unterschiede ignorieren.
Vom Systemvergleich zur eigenen Entscheidung
Für einen Altvertrag brauchst du aktuelle Werte: Übertragungswert, garantierte Leistungen, künftige Kosten und Folgen einer Beitragsfreistellung. Dazu muss ein konkretes neues Angebot vorliegen. Bis dahin lassen sich Fragen vorbereiten, aber keine verlässlichen individuellen Wechselgewinne ausrechnen.
Der Riester-Check hilft dir, diese Informationen zu sammeln und die vier grundlegenden Wege voneinander zu trennen.
Ein Fall, in dem die alte Förderung höher ausfällt
Bei geringem Vorjahreseinkommen und mehreren Kindern kann die bisherige Riester-Förderung schon mit einem kleinen Eigenbeitrag vollständig erreichbar sein. Das Beispiel hält den Beitrag in beiden Systemen gleich. Es zeigt einen Förderunterschied, keinen Vergleich von Gesamtkosten, Garantien oder späterem Vermögen.
Im Beispiel ergeben 4 % von 20.000 € zunächst 800 €. Abzüglich 775 € voller alter Zulagen blieben 25 € Eigenbeitrag; der bisherige Sockelbetrag hebt ihn auf 60 € an. Bei den hier verglichenen 120 € Beitrag ist die alte volle Zulage daher erreicht. Im neuen System ergeben 120 € Beitrag dagegen 60 € Grundzulage plus zweimal 120 € Kinderzulage.
Gleicher Beitrag, andere Förderung
175 € Grundzulage + 600 € Kinderzulagen
60 € Grundzulage + 240 € Kinderzulagen
Förderwechsel und Vertragswechsel getrennt entscheiden
Du kannst die neue Förderlogik im Altvertrag nutzen, ohne dadurch automatisch dessen Kosten oder Anlageform zu verändern. Umgekehrt ist ein Neuvertrag auch dann förderrechtlich relevant, wenn du kein altes Guthaben dorthin überträgst: Er führt nach den Reformregeln zum neuen Fördersystem. Beziehe deshalb sämtliche eigenen Riester-Verträge in die Prüfung ein.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet: bisherige Förderung bei deinem tatsächlichen Beitrag ermitteln, die neue Förderung beim gleichen Beitrag berechnen und danach Rechte, künftige Kosten und Anlage vergleichen. Erst diese drei Ebenen ergeben eine Grundlage für die Entscheidung.