Die Idee: Startkapital vom Staat
Die Frühstart-Rente verfolgt zwei Ziele: Jedes Kind soll mit einem Startkapital für die private Altersvorsorge ins Erwachsenenleben gehen – und nebenbei früh lernen, wie Kapitalmarkt und Vorsorge funktionieren. Der Staat zahlt dafür eine garantierte Prämie von 10 € pro Monat (120 € im Jahr), vom 6. bis zum 18. Lebensjahr. Die Förderung ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.
So funktioniert die Frühstart-Rente
- Eltern eröffnen für ihr Kind ab dem 6. Geburtstag ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ihrer Wahl.
- Der Staat überweist monatlich 10 € – bis zur Volljährigkeit kommen so 1.440 € an staatlichen Prämien zusammen, die am Kapitalmarkt angelegt werden.
- Das Depot kann durch Beiträge Dritter – etwa Eltern oder Großeltern – aufgestockt werden.
- Auffanglösung: Eröffnen die Eltern kein Depot, geht die Förderung nicht verloren – die Beträge werden kollektiv nach Jahrgängen angelegt und können später auf einen persönlichen Vertrag übertragen werden.
- Ab 18 kann das Depot mit eigenen Beiträgen weiterbespart oder kostengünstig zu einem anderen Anbieter umgezogen werden.
- Die Erträge bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei; das Kapital ist für die Altersvorsorge gebunden.
Wer hat Anspruch?
Anspruchsberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, die eine Schule in Deutschland besuchen. Ob der Anspruch zusätzlich an Kindergeldbezug und Wohnsitz in Deutschland geknüpft werden kann, wird derzeit noch europarechtlich geprüft.
Zeitplan: Wann geht es los?
| Zeitpunkt | Schritt |
|---|---|
| 17.12.2025 | Kabinett beschließt die Eckpunkte der Frühstart-Rente. |
| 2026 | Gesetzgebungsverfahren läuft; das Gesetz soll noch im Laufe des Jahres verabschiedet werden. |
| ab 2027 (geplant) | Eröffnung der ersten Depots; die Prämien fließen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. |
| Start-Jahrgang | Zuerst profitiert der Geburtsjahrgang 2020 (zum Programmstart 6 Jahre alt); danach kommt jedes Jahr der neue 6-Jährigen-Jahrgang hinzu. |
| ab 2029 | Ältere, bisher nicht berücksichtigte Jahrgänge sollen einbezogen werden. |
Wichtig: Anders als das Altersvorsorgedepot ist die Frühstart-Rente noch nicht beschlossen – Details können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Wir aktualisieren diese Seite laufend.
Was können 10 € im Monat bewirken?
Die staatlichen Prämien summieren sich über zwölf Jahre auf 1.440 €. Angelegt am Aktienmarkt (Modellrechnung: 6 % Rendite p.a., ohne Kosten, keine Garantie) sind daraus zum 18. Geburtstag rund 2.000 € geworden. Bleibt dieses Kapital bis zum Renteneintritt mit 67 investiert, wachsen daraus – ohne einen einzigen weiteren Euro Einzahlung – rechnerisch über 35.000 €. Wer ab 18 selbst weiterspart und in die Förderung des Altersvorsorgedepots wechselt, vervielfacht den Effekt.
Genau diese Frühstarter-Mechanik kannst du im Frühstarter-Rechner auf vorsorgecheck.app mit eigenen Annahmen durchspielen.
Verzahnung mit dem Altersvorsorgedepot
Die Frühstart-Rente ist als Einstiegsrampe in die geförderte private Altersvorsorge konzipiert: Das Kinderdepot soll ab 18 nahtlos in das reguläre Altersvorsorgedepot übergehen, wo dann Zulagen von bis zu 540 € pro Jahr und der 200-€-Berufseinsteigerbonus warten. Für Familien ergibt sich damit ab 2027 eine durchgängige Förderkette von der Einschulung bis zur Rente.