Was unterscheidet es vom normalen Depot?
In einem normalen Depot kannst du grundsätzlich verkaufen und über das Geld verfügen. Im geförderten Altersvorsorgevertrag sollen die Mittel dagegen deine spätere Versorgung unterstützen. Deshalb gehören Einzahlung, staatliche Zulagen und spätere Auszahlung zusammen.
Das Depot ohne Garantie darf stärker am Kapitalmarkt investieren. Damit steigen die Chancen auf Wachstum, aber auch die Schwankungen und das Verlustrisiko. Zertifizierung bestätigt gesetzliche Voraussetzungen, keine sichere Rendite und keine Empfehlung eines bestimmten Anbieters.
Depot, Standarddepot und Garantieprodukte
Die Reform sieht neben Produkten mit Kapitalgarantie auch Altersvorsorgedepots ohne Garantie vor. Welche Anlagen du tatsächlich wählen kannst, hängt vom konkreten Angebot und den gesetzlichen Anlagegrenzen ab. „Depot“ bedeutet nicht unbegrenzte Freiheit für jedes Finanzprodukt.
Der Standarddepot-Vertrag soll den Einstieg vereinfachen. Für seine Ansparphase ist eine Begrenzung der Effektivkosten auf 1 % vorgesehen. Ein Kostendeckel ist kein Preisversprechen: Vergleiche die tatsächlichen Kosten und die Anlagestrategie des einzelnen Produkts.
- Selbst entscheiden: Anlageangebot, Handel und laufende Gebühren prüfen.
- Standardlösung: Vorgegebene Strategie und Risikoreduktion nachvollziehen.
- Garantieprodukt: Höhe und Bedingungen der Garantie gegen Kosten und Anlagechancen abwägen.
Warum der Staat Geld dazugibt
Die neue Zulage richtet sich nach deinem Eigenbeitrag. Unmittelbar Berechtigte können bis zu 540 € Grundzulage jährlich erhalten. Zugeordnete Kinderzulagen und ein möglicher einmaliger Bonus für junge Sparer kommen unter ihren Voraussetzungen hinzu.
Zusätzlich wird im Rahmen der Steuererklärung geprüft, ob ein weitergehender Steuervorteil entsteht. Zulagen und Steuervorteil lassen sich nicht einfach in voller Höhe addieren. Während der Ansparphase werden Erträge im Vertrag nicht laufend besteuert; später greifen die Regeln der nachgelagerten Besteuerung.
Welche Fragen du vor einem Abschluss beantworten solltest
Prüfe zuerst, ob du das Geld langfristig für den Ruhestand zurücklegen kannst. Eine leicht verfügbare Reserve erfüllt einen anderen Zweck. Die staatliche Förderung allein ersetzt keine passende Vermögensplanung.
Vergleiche dann die Förderberechtigung, die tatsächlichen Gesamtkosten, die Anlage und das Auszahlungsangebot. Wer bereits Riester spart, sollte zusätzlich bestehende Rechte und den Übertragungswert kennen.
- Kann ich Schwankungen auch kurz vor dem Ruhestand tragen?
- Wie hoch sind die dauerhaften Kosten nach Ablauf von Aktionen?
- Wann und in welcher Form erhalte ich später Geld?
- Was passiert, wenn ich Beiträge reduziere oder den Anbieter wechsle?
Standard oder individuell: Wer trifft die Entscheidungen?
Die Produktbezeichnung allein sagt wenig über deine Freiheit aus. Beim Standarddepot besteht die Wahl meist im Verhältnis weniger vorgegebener Bausteine. Ein individuell angebotenes Produkt kann dagegen ein selbst zusammengestelltes Depot oder eine vollständig verwaltete Fondslösung sein.
Auch „ETF“ bedeutet nicht automatisch passiver Indexfonds. Einige Anbieter kündigen aktiv verwaltete ETFs an. Vergleiche deshalb Anlagekonzept und Eingriffsrechte: Kannst du Fonds austauschen, nur die Aktienquote verändern oder lediglich ein Risikoprofil auswählen?
Drei Arten, die Anlage zu steuern
Standard
Wenige vorgegebene Bausteine. Du bestimmst meist das Verhältnis.
Selbst wählen
Du stellst das Depot aus der zulässigen Auswahl zusammen.
Verwalten lassen
Der Anbieter steuert das Portfolio nach vereinbarten Regeln.
- Standard: Verstehe die Bausteine und die automatische Risikoreduktion.
- Selbst gewählt: Plane auch, wann und nach welchen Regeln du umschichtest.
- Verwaltet: Prüfe, welche Leistung du für die laufenden Kosten erhältst.
- Mit Garantie: Prüfe Betrag, Stichtag und Bedingungen; das ist eine eigene Produktkategorie.
Was du heute schon vorbereiten kannst
Halte deinen verfügbaren Monatsbeitrag, den voraussichtlichen Beginn der Auszahlung und vorhandene Vorsorgeverträge fest. Trenne Geld für kurzfristige Ausgaben von langfristiger Vorsorge. Für die spätere Auswahl reichen dann drei konkrete Unterlagen: das Produktinformationsblatt, die zugelassene Anlageliste und ein Angebot für die Auszahlung.
