Vier Optionen für deinen Altvertrag
Du kannst den bisherigen Vertrag grundsätzlich unter den bisherigen Bedingungen fortführen. Neue Produkte bedeuten nicht, dass alte Verträge automatisch schlechter werden oder verschwinden. Umgekehrt ist ein garantierter Betrag allein noch kein Nachweis eines guten Vertrags.
Ein Wechsel in die neue Förderlogik im bestehenden Vertrag ist per Erklärung vorgesehen. Diese Entscheidung lässt sich nicht wieder rückgängig machen. Sie ändert die Zulagenregeln, aber nicht automatisch die Anlageform, Garantien oder Kosten des Vertrags.
| Weg | Was sich ändert | Was du vorher klärst |
|---|---|---|
| Weiterführen | Vertrag bleibt; bisherige Förderung nur ohne Wechsel ins neue System | Künftige Kosten und garantierte Leistungen |
| Förderwechsel | Neue Förderlogik im alten Vertrag | Genaue Folgen und Wirksamkeitszeitpunkt |
| Übertrag | Guthaben wechselt in einen neuen Vertrag | Annahme, Kosten, verlorene Garantien |
| Beitragsfreistellung + Neuvertrag | Altes Guthaben bleibt, neue Beiträge fließen anderswohin | Weiterlaufende Kosten, Gesamtförderung, Zusatzschutz |
Welche Garantien würdest du aufgeben?
Lass dir garantierte Ablaufleistung, garantierte Rente und einen garantierten Rentenfaktor getrennt bestätigen. Ein unverbindliches Hochrechnungsergebnis ist keine Garantie. Auch Überschussanteile und Zusatzversicherungen können für den Vergleich eine Rolle spielen.
Vergleiche den tatsächlichen Übertragungswert zum geplanten Stichtag mit den Leistungen, die beim Verbleib bestehen. Bereits bezahlte Abschlusskosten sind vergangene Ausgaben; für die Entscheidung zählen vor allem die künftigen Kosten und Leistungen. Sie können den heutigen Übertragungswert dennoch beeinflussen.
- Welche Garantie gilt zu welchem Zeitpunkt – und unter welchen Bedingungen?
- Bleibt sie bei einer Beitragsfreistellung bestehen?
- Welche Rechte gehen bei einem Übertrag endgültig verloren?
- Wie würden Kursverluste kurz vor der Auszahlung deine Planung beeinflussen?
Wechselkosten und neue Kosten zusammen betrachten
Für den Übertrag eines alten Riester-Vertrags können Kosten entstehen. Die Regel zum kostenlosen Wechsel nach fünf Jahren innerhalb des neuen Systems darfst du nicht pauschal auf jeden Altvertrag übertragen. Fordere eine individuelle Auskunft des bisherigen Anbieters an.
Beim neuen Vertrag zählen nicht nur Depotgebühren: Fondsgebühren, Handelskosten, Spreads und die Bedingungen der Auszahlungsphase gehören ebenfalls in den Vergleich. Zeitlich begrenzte Aktionen sind kein verlässlicher Maßstab für Jahrzehnte.
Ein seriöser Vergleich benutzt denselben Anlagehorizont und nachvollziehbare Szenarien. Ein Werbebeispiel mit einer festen Aktienrendite ist keine Prognose für deinen Vertrag.
So bereitest du einen möglichen Übertrag vor
Sammle zunächst die letzte Standmitteilung, das Produktinformationsblatt und die Kostenübersicht. Bitte dann um schriftliche Angaben für Fortführung, Beitragsfreistellung und Übertrag zum selben Stichtag.
Prüfe erst danach einen konkreten Zielvertrag: Ist er zertifiziert, nimmt der Anbieter dein Guthaben an und bestätigt er das förderunschädliche Verfahren? Lass Fristen und Abwicklung durch beide Anbieter erklären. Erteile den Auftrag erst, wenn die Bedingungen feststehen.
- Keine normale Kündigung mit Auszahlung aufs Privatkonto mit einem Übertrag verwechseln.
- Förderwechsel und Übertrag nicht allein aufgrund einer Vorregistrierung veranlassen.
- Unterlagen und Bestätigungen aufbewahren; unklare Garantien vor dem Auftrag klären.
Wohn-Riester, Rürup und laufende Renten gesondert prüfen
Bei Wohn-Riester können Immobiliennutzung und Wohnförderkonto ausschlaggebend sein. Eine Basisrente (Rürup) ist kein Riester-Vertrag; die beschriebenen Riester-Wege gelten dafür nicht. In einer bereits begonnenen Auszahlungsphase sind außerdem andere Vertragsbedingungen maßgeblich.
Unser Check macht solche Grenzen sichtbar. Er entscheidet nicht über einen Wechsel, sondern hilft dir, fehlende Informationen und konkrete Fragen für deinen Anbieter oder eine unabhängige Beratung zu finden.
Ein Neuvertrag betrifft auch die Förderung anderer Riester-Verträge
Die Entscheidung betrifft nicht nur das Guthaben, das du überträgst. Nach der BMF-Erläuterung führt auch der Abschluss eines neuen geförderten Vertrags zum Wechsel in das neue Fördersystem. Die bisherige und die neue Förderung lassen sich für deine eigenen Verträge nicht beliebig nebeneinander nutzen.
Wenn du einen alten Vertrag beitragsfrei stellst und einen neuen abschließt, bleiben zwar Guthaben und Vertragsrechte zunächst beim bisherigen Anbieter. Der förderrechtliche Bestandsschutz ist davon zu unterscheiden. Lass die Folgen für sämtliche eigenen Altverträge sowie den Zeitpunkt schriftlich bestätigen. Die Garantie eines Altvertrags entfällt nicht allein deshalb automatisch, weil andere Zulagenregeln gelten.
Dein Fahrplan für ein belastbares Wechselangebot
Ein brauchbares Angebot nennt dieselben Stichtage und Annahmen auf beiden Seiten. Bitte den bisherigen Anbieter um drei Varianten: weitere Beiträge, beitragsfreie Fortführung und Übertragung. Beim neuen Anbieter brauchst du ein Angebot für den tatsächlich übertragbaren Betrag, einschließlich aller einmaligen und laufenden Kosten.
Erst prüfen. Dann übertragen.
- 01
Bestand erfassen
Wert, Garantien und sämtliche eigenen Riester-Verträge.
- 02
Alternativen rechnen
Weiterzahlen, pausieren, Förderung wechseln oder übertragen.
- 03
Neues Angebot prüfen
Dauerhafte Kosten, Anlage, Annahme und Auszahlung.
- 04
Übertrag vereinbaren
Anbieter klären Ablauf und Fördererhalt schriftlich.
- Übertragungswert ist nicht die garantierte Ablaufleistung zum späteren Rentenbeginn.
- Bereits bezahlte Abschlusskosten sind kein Grund, künftig schlechte Konditionen zu behalten; neue Abschlusskosten gehören aber in den Vergleich.
- Eine hohe prognostizierte Rente darf nicht mit einer garantierten Rente gleichgesetzt werden.
- Annahmebestätigung abwarten, bevor ein förderunschädlicher Übertrag beauftragt wird.
